Charles Alexandre de Calonne Feb22

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Charles Alexandre de Calonne

Leben und Wirken: Charles Alexandre de Calonne geboren 20.01.1734, gestorben 29.11 1802, war ein französischer Staatsman. Sein am 22. Februrar vorgelegter Plan mit Steuerreformen, hätte den französischen Staatsbankrott 1788 eventuell verhindern können. Mangels Reformwillen änderte sich nichts an der Grundsituation und so verbannte man Calonne ins Exil.

 

Einfluss: Calonnes Scheitern beim durchsetzen von Finanzreformen, gab dem dem Verfallsdatum des absolutistischen Staates in Frankreich keinen Aufschub mehr. Zwar konnte seine Notablenversammlung die er einberief das Staatsdefizit nicht beseitigen, doch ermöglichte sie als wichtige Wegmarke die französische Revolution. Aus heutiger Sicht hat Calonne alles richtig gemacht, scheiterte jedoch mit seinen modernen Ansichten am damaligen Zeitgeist. In manchen Quellen wurde er als einer der Ersten Finanzpolitiker bezeichnet.

 

Umstände: Bei der Amtsübernahme fand Calonne heraus das ausstehende Zahlungen im Wert von 575,194 Millionen Livre, Einnahmen von 245,209 Million Livre gegenüber standen. Zunächst besorgte Calonne Kredite um die Zahlungsfähigkeit und das Vertrauen des Staates zu erhalten. Er prägte Goldmünzen um und legte einen Plan für umfangreiche Finanzreformen vor. Hätte Calonne ausreichende Unterstützung des damaligen Königs Ludwig XVI. erhalten, hätte der kühne Reformplan vielleicht den Finanzhaushalt der Monarchie ausgleichen können. Calonne der am Hofe den Beinamen “Monsieur Deficit” erhielt, berief im Januar 1787 seine Notablenversamllung ein. Knapp 3 Monate später wurde er nach Lothringen verbannt.

 

Person: Calonne wuchs mit 3 Geschwistern auf, sein Vater war Jurist am Gericht in Douai. Er selbst tat es seinem Vater gleich und studierte Rechtswissenschaft. Nach dem er vom Staatsanwalt zum Generalstaatsanwalt aufgestiegen ist, Übernahm er die Verwaltung der Festung Metz und Lille. Zur etwa gleichen Zeit heirate er die Tochter des Finanzinspektors. Zehn Jahre später 1783 wurde er an den Hof als Generalkontrolleur der Finanzen berufen. Er kehrte einen Monat vor seinem Tod aus der Verbannung in sein Heimatland Paris zurück.